Eine Andacht für alle Fälle

Nachricht 19. März 2020

„Der Engel des Herrn lässt sich nieder“

„Der Engel des Herrn lässt sich nieder“

Eine (Haus-)Andacht für alle Fälle

 

zu Hause allein oder in kleiner Runde
aber mit vielen verbunden durch den Geist Gottes

 

(Glockengeläut von ferne)

Kerze anzünden
Stille

 

Gebet

Gott,
ich bin hier (wir sind hier)
allein
und doch durch deinen Geist verbunden mit vieln anderen
Und so feiere ich, so feiern wir
in deinem Namen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes

 

 

Aus Psalm 34 Neue Genfer Übersetzung

Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der Herr ist!
Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!
Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn.
Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.
Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder,
die in Ehrfurcht vor Gott leben,
er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.
Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen,
dass der Herr gütig ist!
Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht. Amen.

 

Stille

 

- wer mag, liest jetzt die Lesepredigt -

 

 

Fürbitt-Gebet

 

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.

An unserer Seite und um uns herum.

Denn wir brauchen Mut.

Und Phantasie.

Und Zuversicht.

Darum: Sende deine Engel.

 

Zu den Kranken vor allem.

Stille

 

Und zu den Besorgten.

Stille

 

Sende deine Engel zu denen,
die anderen zu Engeln werden:

Ärztinnen und Pfleger,

Rettungskräfte und Arzthelferinnen,

alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.

Stille

 

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen

in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,

in Politik und Wirtschaft.

Stille

 

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut.

Du hast sie schon geschickt.

Sie sind ja da, um uns herum.

Hilf uns zu sehen, was trägt.

Was uns am Boden hält
und mit dem Himmel verbindet,

mit dir, mein Gott.

Denn das ist’s, was hilft und tröstet.

Jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 

Segen

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden

Amen.

 

Stille

Kerze auspusten

Lesepredigt

 

Engel.

Sie lagern um uns herum.

Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.

Sie schützen nicht vor dem Virus.

Aber vor der Angst.

Das können sie:

Uns die Angst nehmen.

Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.

Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.

Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.

In ihren Armen oder Flügeln – je nach dem.

 

Im Moment reicht ein Engel nicht.

Da brauchen wir schon ein paar mehr.

Die Fülle der himmlischen Heerscharen,

wie damals – als Jesus geboren wurde –
da waren sie alle da.

Die Engel.

Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.

Denn sie fürchteten sich – also die Hirten.

Und wir fürchten uns auch.

Vor dem, was plötzlich kommen könnte.

Oder was schon da ist.

Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,

was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.

Damals haben die Engel eine große Freude verkündet,

die allem Volk widerfahren soll.

Nämlich, dass der Heiland geboren sei.

 

Das klingt wie von einem anderen Stern.

„Große Freude.“

Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten?

Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?

Fürchtet euch nicht.

Das will ich auch jetzt hören.

Daran halte ich mich fest.

Mitten in der Angst – Freude.

Mitten in der Angst – ein Lächeln.

Mitten in der Angst – helfende Menschen.

Mitten in der Angst – Solidarität unter uns.

Das gibt es ja alles.

Trotz Corona. Mancherorts auch gerade wegen Corona.

Mitten in der Angst, mitten in der Sorge – die Engel.

Sie schützen nicht vor dem Virus – so ist das halt.

Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.

 

Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.

Oder hören. Oder spüren.

In mir, hinter mir, neben mir.

Auch in den Menschen, denen ich begegne.

Jetzt halt etwas mehr auf Abstand oder am Telefon.

So geht es auch.

Gottes Engel lagern um uns her und helfen uns heraus.

Das glaube ich gewiss.

 

Doris Joachim