Geschichte 3

Die aus Eichenholz geschnitzte Kanzel ist ein Geschenk des Fabrikbesitzers Bernhard Liebold. Der geschnitzte "Pastorenstuhl" (jetzt im hinteren Kirchenschiff) aus dem Jahre 1908 erinnert daran, dass die Lutherkirche von 1648 bis 1886 Sitz des Generalsuperintendenten des Weserdistrikts war, der bis 1837 zugleich Abt des Klosters Amelungsborn gewesen ist.
Der Altaraufsatz des Braunschweiger Hofbildhauers Wilhelm Sagebiel ist ein typisches Beispiel lutherischer theologischer Ikonologie des 19. Jahrhunderts und stellt die Ablösung des alttestamentarischen Opferkultes (Abel, Melchisedek, Aaron, Isaak) durch den Kreuzestod Christi dar.
Gegen Ende des 2.Weltkriegs wurde bei dem Beschuss der Stadt Holzminden die Kirche stark beschädigt. Das Dach wurde zerstört, die Fenster und Türen wurden herausgerissen, und im Inneren herrschte ein wüstes Durcheinander. Die Gemeinde bemühte sich nach Kriegsende um eine schnelle Ausbesserung der Schäden, so dass schon bald wieder Gottesdienste in der Kirche abgehalten werden konnten. 1950 erhält die Kirche neue Fenster und wird neu vermalt. Auch der Turm wurde instand gesetzt, und dabei wurden Wetterfahne und Kugel und die Zifferblätter der Uhr vergoldet.

Die Janke-Orgel von 1970

Bild: R. Schmidt

Von 1970 bis 1972 wurde die Kirche im Inneren renoviert und neu angestrichen. Die vorderen seitlichen Bankreihen wurden aus der Kirche entfernt, und die alte Orgel Orgel Lutherkirche musste einer neuen weichen, die nicht mehr an der Rückwand der Kirche, sondern an der Nordseite über dem Eingang aufgestellt wurde. Sie ist von Rudolf Janke, Werkstätte für Orgelbau, aus Bovenden bei Göttingen, in den Jahren 1968 - 1970 gebaut worden und umfasst 36 Register, 4 Koppeln, 3 Manuale und Pedal und verleiht dem Kirchenraum durch ihr Rückpositiv an der Empore einen besonderen Blickfang.
Im Jahr 1992/93 wird die Orgel im größeren Umfang repariert und um ein Register erweitert. Das elektrische Gebläse wird ersetzt durch ein pneumatisches Gebläse mit elektrischem Antrieb.
Die Kirche ist Sitz des hauptamtlichen Kirchenkreismusikers mit kirchenmusikalischem Schwerpunkt im Kirchenkreis.
 

Die ursprünglich drei Bronzeglocken mussten im Ersten und Zweiten Weltkrieg abgegeben werden. Sie wurden durch vier Stahlglocken ersetzt, die 1999 durch die große Spendenbereitschaft der Gemeinde wieder durch Bronzeglocken ersetzt werden konnten. Zwei kleinere Bronzeglocken schlagen im Viertel und vollen Stundentakt.
Im Jubiläumsjahr 1995 feierten die Stadt Holzminden und die Lutherkirche ihr 750 jähriges Bestehen (genaues Gründungsdatum unbekannt). Aus diesem Anlass wurde aus Spenden der Chorraum umgestaltet:
Die Kanzel wurde aus dem Chorraum herausgenommen und an die Orgelseite versetzt; die Stufen des Altarraumes wurden im Halbrund vorgebaut; der aus reformatorischer Zeit stammende Kerzenleuchter wurde mit einer neu gefertigten Wandhalterung über dem Taufstein angebracht, die Malereien im Chorraum aus der Zeit der Jahrhundertwende sind nach jahrelangen Vorbereitungen restauriert und rekonstruiert werden.
Bereits im Jahr 1991 wurde für den Chorraum ein neues Gestühl im Stil des Historismus angeschafft ( 6 Stühle um 1900, 24 Stühle nachgearbeitet).
Die Neugestaltung des Altarraums wurde im Juni 2000 abgeschlossen mit der Aufstellung einer romanischen Piscina aus Wesersandstein neben dem Altar ("Wasserbecken für das Heilige", für Taufwasser und Abendmahlswein nach der sakramentalen Verwendung). Der Sakramentsstein stammt aus dem 12./13.Jh. und ist eine Dauerleihgabe aus dem Kloster Amelungsborn, mit dem die Lutherkirche jahrhundertelang verbunden war, da der erste Prediger der Lutherkirche bis 1837 evangelischer Abt des Klosters Amelungsborn und Generalsuperintendent des Weserdistrikts war.
Auch der "Pastorenstuhl" aus dem Jahr 1900 aus Eichenholz im gleichen Stil der Kanzel erinnert an diese alte Tradition. Er hatte früher seinen Platz im Altarraum und steht heute an der Südwand des Kirchenschiffes.
 

Bild: R. Schmidt

Im März 2009 wurde als weiterer Schritt der Innenrenovierung die Gewölbekappe vor dem Chorraum wieder mit dem Pfauenbild versehen, das bereits im Jahr 1900 die Kirche zierte.

In Abschnitten soll in den kommenden Jahren die Innenrenovierung und damit verbunden die Wiederherstellung der Innenausmalung im Kirchenschiff nach dem Stand des Jahres 1900 erfolgen. Dazu hat die Luthergemeinde einen Förderverein gegründet

Zum Förderverein